Hundeverhalten verstehen

Hunde kommunizieren ständig mit uns – über Körpersprache, Bewegung, Gerüche und ihr Verhalten. Wir schauen genauer hin und versuchen zu verstehen, was uns unsere Hunde mitteilen.

Wir beschäftigen uns mit dem Hund als Lebewesen und helfen Menschen, ihren Hund besser zu verstehen.

Warum zeigt mein Hund dieses Verhalten?

Was möchte er mir eigentlich sagen?

Was braucht er wirklich – und wie können wir als Mensch-Hund-Team besser miteinander kommunizieren?

Jeder Hund ist anders.

Er hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte und seine ganz persönliche Art, die Welt wahrzunehmen.

Deshalb kann auch eine Reaktion, die bei einem Hund ganz typisch erscheint, bei einem anderen etwas völlig anderes bedeuten.

Wir möchten nicht nur sehen, was ein Hund tut, sondern verstehen, warum er es tut.

Wer seinen Hund verstehen möchte, braucht deshalb keine pauschalen Antworten, sondern einen Blick für den individuellen Hund. Denn was für den einen Hund richtig ist, muss für den anderen noch lange nicht passen.

Auf dieser Seite teilen wir unser Wissen, unsere Erfahrungen und unsere Gedanken rund um Hundeverhalten, Körpersprache, Kommunikation und sinnvolle Beschäftigung.

Denn je besser wir unseren Hund verstehen, desto besser können wir ihn begleiten – und desto mehr entsteht aus eurem Alltag ein echtes Miteinander.

Die Welt aus Hundesicht betrachten

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Wir Menschen beurteilen Verhalten oft danach, ob es für uns angenehm oder unerwünscht ist.

Der Hund zieht an der Leine.
Er bellt einen anderen Hund an.
Er schnüffelt minutenlang an einer Stelle.
Er läuft plötzlich in eine bestimmte Richtung.

Schnell denken wir: Das soll er nicht.

Aber was wäre, wenn wir zuerst fragen:

Warum macht er das?

Warum macht er das?

Jedes Verhalten hat einen Grund.

Unser Hund erlebt seine Umwelt anders als wir. Gerüche, Bewegungen, Geräusche und Körpersprache spielen für ihn eine ganz andere Rolle. Seine Nase ist dabei ein wichtiges Werkzeug, mit dem er seine Umwelt erkundet und Informationen sammelt.

Wenn wir anfangen, unseren Hund nicht zu korrigieren, sondern sein Verhalten zu beobachten und zu verstehen, verändert sich auch unser eigener Blick auf ihn.

Verhalten ist Kommunikation

Hunde können uns nicht mit Worten erklären, was sie gerade denken oder brauchen.

Sie kommunizieren über ihren Körper, ihre Bewegungen, ihre Mimik, ihre Haltung und ihr Verhalten.

Ein Blick zur Seite kann etwas anderes bedeuten als ein Blick nach vorne.

In einer gleichen Situation drückt ein langsamer werdender Hund etwas anderes aus, als ein Hund, der plötzlich nach vorne prescht (=> Jeder Hund ist anders)

Und auch Schnüffeln ist nicht einfach nur „Zeit vertrödeln“ oder „Zeitung lesen".

Unser Hund ist draußen territorial unterwegs. Das Untersuchen von Pinkelstellen gibt ihm Auskunft über seine eigenen Fortpflanzungschancen.

Durch das Erschnüffeln von Wildspuren kann er seine Chance auf das Erjagen von Beute einordnen.

Je genauer wir hinschauen, desto mehr können wir über unseren Hund erfahren. 

Nicht jedes Verhalten ist ein Problem

Manches Verhalten, das uns Menschen stört, gehört zum normalen Ausdrucksverhalten eines Hundes.

Schnüffeln.
Erkunden.
Suchen.
Beobachten.
Verfolgen.
Distanz herstellen.

Unser Ziel sollte deshalb nicht sein, jedes Verhalten zu unterbinden.

Viel wichtiger ist die Frage:

Was braucht mein Hund gerade – und wie kann ich ihn dabei sinnvoll begleiten?

Unser Blick auf den Hund

Wir möchten Menschen ermutigen, ihren Hund mit anderen Augen zu betrachten.

Nicht nur:

„Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“

Sondern auch:

„Was möchte mein Hund mir damit sagen?“

Nicht nur:

„Wie bekomme ich ihn dazu, das zu tun?“

Sondern:

„Wie können wir gemeinsam eine Lösung finden?“

Denn unser Hund ist kein Programm, das funktionieren muss.

Er ist ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, Fähigkeiten und einer ganz eigenen Art, die Welt wahrzunehmen.

Je besser wir ihn verstehen, desto besser können wir ihn begleiten.

Und genau darin liegt für uns ein großer Teil dessen, was das Zusammenleben mit Hund so besonders macht.

Verstehen ist der Anfang. Gemeinsam erleben ist der nächste Schritt.

Was Hunde können und wie sie ihre Umwelt wahrnehmen, lässt sich nicht nur lesen – man kann es gemeinsam erleben.

Beim Mantrailing, bei der Fährtensuche, beim Trail Hunting und bei der Dummyarbeit bekommt dein Hund die Möglichkeit, seine natürlichen Fähigkeiten einzusetzen.

Und du lernst dabei, ihn genauer zu lesen, ihm zu vertrauen und als Team mit ihm zu arbeiten.

Entdeckt eure gemeinsame Art von Abenteuer.

Hunde, die sich die Füße vertreten.....

....gibt es nicht.

Hunde kommen nicht auf die Idee, einfach mal eine Runde um den Block zu laufen. Es geht ihnen nicht um's frische Luft schnappen oder um's Seele baumeln lassen.

Das sind menschliche Bedürfnisse.

Für unseren Hund ist ein Spaziergang viel mehr als nur „Gassi gehen“:

– er erkundet sein Revier und hinterlässt seine Duftspuren
– er nimmt Gerüche auf und verfolgt interessante Spuren
– er entdeckt, was sich in seiner Umgebung verändert hat
– er beobachtet, sucht und geht seinen eigenen Interessen nach

Hunde wollen ihre Umwelt erleben und nicht einfach nur Strecke machen:

die Welt draußen ist für sie kein Spazierweg. Sie ist voller Geschichten.

Und genau deshalb kann ein Spaziergang, bei dem immer nur dieselbe Strecke im gleichen Tempo gelaufen wird, für einen Hund ziemlich wenig zu bieten haben.

Das bedeutet nicht, dass jeder Spaziergang zum Beschäftigungsprogramm werden muss. Im Gegenteil. 

Es geht vielmehr darum, meinem Hund etwas anzubieten, das ihn wirklich interessiert und für ihn sinnvoll ist - und es gemeinsam mit ihm zu erleben.

Eine Spur verfolgen, etwas suchen, eine Aufgabe lösen oder gemeinsam eine Herausforderung meistern.

Wir erleben die Welt gemeinsam.

Manchmal ist ein Spaziergang für uns nur eine Runde um den Block.

Für unseren Hund kann er eine ganze Welt voller Informationen sein.

 


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